Die 5 Säulen

Die 5 Säulen der Kneipptherapie

I. Die Wassertherapie

Wasseranwendungen sind der bekannteste Teil der Kneipp-Therapie. Die heilsamen Effekte dieser Anwendungen sind vielfältig. Die Kneipp’sche Wasserkur eignet sich in vielen Situationen auch ausgezeichnet für eine Anwendung zu Hause. Die Anwendungen sind leicht umzusetzen und durch ein tägliches Kneipp-Programm kann jedermann etwas zur präventiven Gesunderhaltung seines Körpers beitragen. In Verbindung mit Heilkräutern lässt sich die Wirkung des Wassers bei manchen Anwendungen – wie z.B. warmen Bädern, Wickeln und Packungen – verstärken. Wasser und Heilpflanzen lassen sich gut miteinander kombinieren.

II. Heilpflanzentherapie

In der Kneipp-Therapie kommen viele Heilpflanzen sowohl innerlich als auch äußerlich zur Anwendung. Die von Kneipp empfohlenen Pflanzen sind fast ausschließlich einheimische Pflanzen oder Pflanzen aus dem mediterranen Raum, welche durch die Klöster schon seit Jahrhunderten bei uns heimisch geworden sind. Dazu gehören u.a.: Arnika, Anis, Baldrianwurzel, Beifuß, Birke, Bitterklee, Blutwurz, Brennnessel, Bockshornklee, Dost, Engelwurz, Fenchel, Fichtennadeln, Hagebutte, Hafer, Heublumen, Hirtentäschel, Hopfen, Johanniskraut, Kamille, Lavendel, Lindenblüten, Löwenzahn, Malve, Melisse, Mistel, Nelkenwurz, Pfefferminz, Ringelblumen, Rosmarin, Rosskastanie, Salbei, Schafgarbe, Schlüsselblume, Sonnenhut (Echinacea), Spitzwegerich, aubnessel, Thymian, Vogelknöterich, Wacholder, Wegwarte, Weidenrinde, Weißdorn, Wermut, Weizenkleie, Zinnkraut (eine Auswahl).
Heilpflanzen werden mit den Therapiesäulen Wasser und auch Ernährung kombiniert.

III. Bewegungstherapie

Entsprechend dem Leitsatz, den Körper nur so sanft wie eben nötig zu reizen, werden in der Kneipp’schen Bewegungstherapie dem Patienten keine sportlichen Höchstleistungen mit großem Krafteinsatz abgefordert. Stattdessen schaffen sanfte Ausdauersportarten wie Wandern,  Radfahren, Schwimmen, Walken und Gymnastik (möglichst an frischer Luft) den körperlichen und seelischen Ausgleich. Pfarrer Kneipp legte den Menschen auch das Barfusslaufen ans Herz, da es den Menschen mit der Erde verbindet und damit auch neben der Fußmuskulatur das Urvertrauen gestärkt wird. Passive Bewegungstherapien – wie beispielsweise Massagen – können Verspannungen lösen oder wie z. B. Reflexzonentherapien und Bindegewebsmassagen gezielt bestimmte innere Organe in ihrer Leistungsfähigkeit verbessern. Bewegungstherapien und die Säule Lebensordnung greifen positiv ineinander.

IV. Ernährungstherapie

Auch wenn bei Kneipp im 19. Jahrhundert Hausmannskost auf den Tisch kam, hatte er doch den engen Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit erkannt. Heute sind in der Kneipp’schen Philosophie, die Erkenntnisse der modernen Ernährungswissenschaft daheim. Dabei sollen unter Berücksichtigung auch anlagebedingter, v.a. aber ernährungsabhängiger Krankheiten (Diabetes, Übergewicht, Gicht) mit einer zeitgemäßen, vollwertigen Kost dem Körper alle notwendigen Nahrungsbestandteile in der richtigen Zusammensetzung zugeführt werden.

Durch eine gesunde und natürliche, schonend zubereitete Kost werden dem Körper alle wichtigen Nährstoffe zugeführt. Zeitweise soll man den Stoffwechsel durch Fasten entlasten. Obst-, Reistage oder nur fleischlose Tage verbessern die allgemeine Abwehr, beugen Verschlackungskrankheiten vor und stärken die Psyche. Das Blut wird gebildet aus den Nährstoffen, die man dem Körper gibt. Nur mit gesunden, vollwertigen und kräftigen Nährstoffen kann man auch erreichen, dass das Blut gesund ist. Die Therapiesäulen Ernährung und Lebensordnung sind eng miteinander verbunden.

V. Ordnungstherapie (Lebensordnung)

Im weitesten Sinne handelt es sich um eine Anleitung, wie man sein Leben mit Gleichmaß führen kann. Pfarrer Kneipp betrachtete den Menschen immer als Einheit von Körper, Seele und Geist. Das bedeutet auch, dass Lebensordnung und Lebensgestaltung wesentliche Faktoren für die Gesunderhaltung des Individuums sind. Die so genannte Ordnungstherapie zielt auf eine bewusste Lebensführung, die sich in der inneren Stabilität und Ausgeglichenheit des Menschen widerspiegelt. Ziel ist ein gesundes Gleichgewicht von Aktivität und Entspannung! Zusammengefasst ist für eine harmonische Lebensordnung wichtig:
• ein ausgewogener Wechsel von Aktivität, Ruhe und Schlaf
• ausreichend Bewegung an frischer Luft und im Tageslicht
• vollwertige, gesunde Ernährung
• mit täglichen Wasseranwendungen das körperliche und geistig-seelische Gleichgewicht zu festigen, und somit die Selbstheilungs- und Abwehrkräfte zu stärken.
• dem Leben ein Ziel geben, so dass psychische und emotionale Ausgeglichenheit gefördert wird.

Beispiele einer Zeit ordnenden, zur Ruhe und Beruhigung hinführenden Therapie sind autogenes Training, progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Atemtherapie, sowie auch bestimmte Meditationsformen. Diese Methoden können hervorragend in das Kneipp-Gesamtkonzept eingebaut werden.

„Erst als ich Ordnung in die Seelen der Menschen brachte, besserten sich auch die körperlichen Gebrechen und ich hatte mit meinen Therapien endlich Erfolg“.
Sebastian Kneipp

 

Alle Informationen zu den Kneipp- und Gesundheitsangeboten  sowie den Dienstleistern in Bad Berneck finden Sie hier.

 

Noch nicht ausreichend über die Kneipp-Therapie und ihre Wurzeln informiert? Auch hier hilft Wikipedia mit Hintergrund zu Pfarrer Sebastian Kneipp und seiner Kneippkur.